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Internationale Wasservogelzählung

Wasservögel gehören zu den am stärksten bedrohten Vogelgruppen, da ihre Lebensräume, die Gewässer und Feuchtgebiete, weltweit zu den gefährdetsten Landschaftsbestandteilen zählen und weil viele dieser Arten in einigen Ländern noch immer bejagt werden.

Schon früh wurde die überragende ökologische Bedeutung von Feuchtgebieten, auch für das Wohl des Menschen erkannt. Das Erfassen und Kontrollieren der diesen Lebensraum bewohnenden Vogelgruppen, bildet eine Grundlage des international abzustimmenden Feuchtgebietsmanagements.

Wichtig ist dabei nicht nur der Schutz der Brutgebiete, sondern besonders auch die Sicherstellung der Durchzugs-, Rast- und Überwinterungsgewässer. Da die Hauptbrutgebiete vieler Wasservögel weit gestreut im wenig besiedelten Nordosten Europas liegen und sich die Populationen zur Überwinterung bzw. auf dem Durchzug in die Überwinterungsgebiete auf den eisfreien Gewässern konzentrieren, hat sich ein internationales Programm zur Erfassung der Bestände der Wasservögel im Winterhalbjahr geradezu angeboten.

Nach ersten Anläufen in den 1930er Jahren wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein internationales Zählernetz aufgebaut und immer weiter vervollständigt und verfeinert.

kormoran_schaef.jpgDie Internationale Wasservogelzählung, heute koordiniert durch „Wetlands International“ mit Sitz in Wageningen, Niederlande koodiniert, ist sicherlich eines der ältesten und bedeutendsten ornithologischen Monitoringprogramme.

An international festgelegten Stichtagen, jeweils in der Mitte der Monate September bis April, werden folgende Artengruppen an Wasservögeln erfasst (insgesamt etwa 60 Arten): Seetaucher, Lappentaucher, Kormoran, Schwäne, Gänse, Enten, Säger, Rallen, Möwen, Reiher und Limikolen.

Die Hauptziele der Internationalen Wasservogelzählung sind:

i) Die wichtigsten Rast- und Überwinterungsgebiete der Wasservogelpopulationen zu lokalisieren und zu sichern.
ii) Verbreitung, Bestand und langfristige Bestandsentwicklung der verschiedenen Arten festzustellen und z.B. den Jagddruck entsprechend zu regulieren.
iii) Erforschung des Zugverhaltens der einzelnen Arten, Veränderung von Traditionen, Rastplatzansprüche, Nahrungsökologie usw.

Die Organisation und Durchführung der Wasservogelzählung in Deutschland läuft weitgehend auf ehrenamtlicher Basis, wobei bundesweit mehr als 2000 Zähler im Einsatz sind. In Deutschland liegt die Organisation der Zählung beim Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA).

flussuferlaeufer_schaef.jpgMit Gründung der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V. (GNOR) wurde ab dem Winter 1978/79 in Rheinland-Pfalz ein nahezu flächendeckendes Zählernetz aufgebaut, bei dem heute etwa 80 Mitarbeiter an über 200 Einzelzählstellen beteiligt sind. Auf diese Weise sind die wichtigsten Gewässer in Rheinland-Pfalz abgedeckt. In den ersten Jahren, von 1978/79 bis 1984/85, wurden die Ergebnisse meist zusammengefasst zu größeren Zählabschnitten erhoben, was für die bundesweite und internationale Auswertung vollkommen ausreichend war. Um die Zählungen jedoch auch für kleinräumige Fragestellungen vor Ort verfügbar zu machen, wurde ab 1985/86 die Methodik so verfeinert, dass jedes Einzelgewässer bzw. jeder Gewässerabschnitt bei jeder Zählung gesondert auf einem Zählbogen erfasst wird. Dazu wurde eine spezielle Zählliste entwickelt.

Durch die differenzierte Datenerfassung, im Zusammenhang mit einer computergestützten Auswertung, sind die Ergebnisse der rheinland-pfälzischen Wasservogelzählung auch für den Naturschutz vor Ort, z.B. auch bei kleinen Einzelgewässern, Kiesgruben usw. sowie für Stellungnahmen und Gutachten verwertbar. Für jede Zählperiode wird ein rheinland-pfälzisches Gesamtergebnis erstellt und die Daten werden an die Bundeszentrale weitergeleitet.

Zum weiteren Ausbau des Zählernetzes und zur Unterstützung der aktiven Zähler sind Interessenten jederzeit willkommen.

Koordinator für Rheinland-Pfalz & Arbeitskreisleiter:

Thomas Dolich

Rudolf-Wihr-Str.49
67141 Neuhofen
Telefon: +49 6236/56773

thomas.dolich[at]gnor.de