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Erfolgreiche Herbstagung an der TH Bingen

Der Vorsitzende Heinz Hesping bei seiner Begrüßung (Foto: H. Schanz)

Der Vorsitzende Heinz Hesping bei seiner Begrüßung (Foto: H. Schanz)

Um die einhundert Personen waren unserer Einladung an die TH Bingen gefolgt und haben am Samstag, den 10.11.18, die traditionelle Herbsttagung der GNOR besucht. Den ganzen Tag über standen ausgezeichnete Vorträge auf dem Programm, am frühen Nachmittag außerdem die Mitgliederversammlung der GNOR.

Den Auftakt der Veranstaltung machte ein ausführlicher Einführungsvortrag von Prof. Ragner Kinzelbach, Uni Rostock, über „anthropogen bedingte Faunenveränderungen. Zur Geschichte der ortsfremden Tierarten“ mit vielen interessanten Aspekten. Anschließend stellte Dr. Hans-Günther Bauer von der Vogelwarte Radolfzell – und vielen als Buchautor bekannt – den Wandel in der Avifauna vor. Einen interessanten Zusammenhang, den er – gerade auch im Hinblick auf das Thema Neobiota – vorstellte, war, dass etliche Wasservogelarten am Bodensee ganz entscheidend vom Auftreten von Neozoen, wie der Schwebegarnele oder der Dreikantmuschel, profitiert haben.  Nach einer Kaffee- und Teepause standen Referate über drei große Säugetiere auf dem Programm, nämlich Wolf, Luchs und Biber, denen allen gemein ist, dass sie in Rheinland-Pfalz noch vor wenigen Jahrzehnten als ausgestorben galten, nun aber wieder zur heimischen Fauna gehören oder dies bald werden. Barbara Friemel, Referentin im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, stellte dabei das Wolfsmanagement vor, während Sylvia Idelberger von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz die Aussetzung des Luchses thematisierte. Interessant hierbei ist, wie schnell sich die ausgewilderten Luchse bereits im Pfälzerwald eingenischt haben und bereits für Nachwuchs sorgen. Im letzten Beitrag des Vormittags stellte Steffi Venske, Leiterin der Wappenschmiede und des Biberzentrums, die Verbreitung des Bibers in Rheinland-Pfalz, seine Lebensweise und seine „Aktivitäten“ in der Natur dar. Insgesamt erfreulich ist, dass die meisten Konflikte entschärft werden konnten.

Auf der nach der Mittagspause anstehenden Mitgliederversammlung der GNOR wurden zunächst die umfangreichen Tätigkeiten unseres Verbands präsentiert, außerdem einige Regularien abgearbeitet wie Kassenbericht, Bericht der Kassenprüfer und die Entlastung des Vorstands, die ihm einstimmig erteilt wurde. Wichtig war die anschließende Wahl des Schatzmeisters. Da Dr. Dieter Thomas Tietze aus beruflichen Gründen (Stelle in Basel) den Posten des Schatzmeisters im September niedergelegt hatte, wurde eine Neuwahl erforderlich.  Dr. Philipp Reutter, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Mainz (Institut für Physik der Atmosphäre), kandidierte für dieses wichtige Amt und wurde einstimmig zum neuen Schatzmeister gewählt. Wir gratulieren sehr herzlich und wünschen viel Erfolg.

Nach der Mitgliederversammlung stellte Holger Hellwig vom Büro plan b den dramatischen Niedergang einer ehemaligen Allerweltsart – ja sogar „Plage“ –  vor: Das Verschwinden des Feldhamsters. Alles mündete in der besorgniserregenden Frage: „Ist der Hamster in Rheinland-Pfalz noch zu retten?“ Fast noch dramatischer stellt sich die Situation einer Vogelart dar, von der wir nicht einmal wissen, ob sie überhaupt noch in Rheinland-Pfalz existiert: Das Westliche Haselhuhn. In seinem Vortrag stellte unser AK-Leiter „Haselhuhn“, Dr. Christian Dietzen, die Art und ihre Lebensweise vor, und vor allem die Nachweismethoden. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde der Bogen noch einmal zu den Neobiota gespannt, allerdings dieses Mal zu den Neophyten. Holger Hauptlorenz stellte einige – teilweise auch ziemlich unscheinbare und dadurch weitgehend unbekannte – Arten aus dem Gebiet des Pfälzerwalds vor.

Ein ausführlicher Bericht erscheint in der kommenden Ausgabe von GNOR-Info (erscheint etwa April 2019).

Autor: Michael Schmolz