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Vortrag „Artenschutz und Landwirtschaft“ am 11.12.

In unserer Feldflur findet der Feldhase kaum noch Platz zum Leben (Foto: M. Schmolz)

In unserer Feldflur findet der Feldhase kaum noch Platz zum Leben (Foto: M. Schmolz)

In der offenen Kulturlandschaft findet derzeit der größte Verlust an biologischer Vielfalt statt. Ob Rebhuhn, Feldhamster oder Kiebitz – viele Arten der Feldflur befinden sich gerade in einem besorgniserregenden Rückgang. Alleine die Bestände des Kiebitz sind bundesweit seit 1992 um 88 % eingebrochen.

Über die Gründe hierfür und die Auswirkungen wird Ludwig Simon, Artenschutzreferent am Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz, am kommenden Dienstag (11.12.) im Rahmen eines Vortrags „Artenschutz und Landwirtschaft“ referieren. Es handelt sich hierbei um eine gemeinsame Veranstaltung der  Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland- Pfalz (GNOR) und der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft (RNG).

Der Vortrag findet am Dienstag, den 11. Dezember 2018, um 18:30 Uhr, in der Landesgeschäftsstelle der GNOR (Osteinstraße 7-9 in Mainz) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, um Spenden wird gebeten.

18.11.: Exkursion an den Altrhein

Der Silberreiher ist regelmäßiger Gast am Eich-Gimbsheimer Altrhein (Foto: M. Schmolz)

Der Silberreiher ist regelmäßiger Gast am Eich-Gimbsheimer Altrhein (Foto: M. Schmolz)

Nachdem bei den Exkursionen an den Altrhein sonst zumeist die Brutvogelwelt im Fokus steht, möchten wir am Sonntag, den 18.11.18, unter fachkundiger Leitung des GNOR-Geschäftsführers Michael Schmolz die spätherbstliche Vogelwelt in diesem einzigartigen Gebiet erkunden. Hier gibt es freilich mehr zu sehen als die für den Herbst typischen Flüge der Krähen. Zum Beispiel darf der Silberreiher, der sich in scharfem Kontrast zu den Krähen in edlem Weiß präsentiert, erwartet werden. Sicherlich sind auch schon einige Wintergäste eingetroffen. Auch ist im Bereich des Eich-Gimbsheimer Altrheins immer mit Raritäten zu rechnen. Selbstverständlich wird auch die neue Renaturierung unter die ornithologische Lupe (also das Spektiv) genommen.

Treffpunkt: 9:30 Uhr, Feuerwehr Eich an der Osthofener Staße, am Beginn des Altrheinerlebnispfades

Dauer: Ca. 2-3 Stunden,

Zweckmäßige Kleidung, festes Schuhwerk und die Mitnahme eines Fernglases werden empfohlen.

Erfolgreiche Herbstagung an der TH Bingen

Der Vorsitzende Heinz Hesping bei seiner Begrüßung (Foto: H. Schanz)

Der Vorsitzende Heinz Hesping bei seiner Begrüßung (Foto: H. Schanz)

Um die einhundert Personen waren unserer Einladung an die TH Bingen gefolgt und haben am Samstag, den 10.11.18, die traditionelle Herbsttagung der GNOR besucht. Den ganzen Tag über standen ausgezeichnete Vorträge auf dem Programm, am frühen Nachmittag außerdem die Mitgliederversammlung der GNOR.

Den Auftakt der Veranstaltung machte ein ausführlicher Einführungsvortrag von Prof. Ragner Kinzelbach, Uni Rostock, über „anthropogen bedingte Faunenveränderungen. Zur Geschichte der ortsfremden Tierarten“ mit vielen interessanten Aspekten. Anschließend stellte Dr. Hans-Günther Bauer von der Vogelwarte Radolfzell – und vielen als Buchautor bekannt – den Wandel in der Avifauna vor. Einen interessanten Zusammenhang, den er – gerade auch im Hinblick auf das Thema Neobiota – vorstellte, war, dass etliche Wasservogelarten am Bodensee ganz entscheidend vom Auftreten von Neozoen, wie der Schwebegarnele oder der Dreikantmuschel, profitiert haben.  Nach einer Kaffee- und Teepause standen Referate über drei große Säugetiere auf dem Programm, nämlich Wolf, Luchs und Biber, denen allen gemein ist, dass sie in Rheinland-Pfalz noch vor wenigen Jahrzehnten als ausgestorben galten, nun aber wieder zur heimischen Fauna gehören oder dies bald werden. Barbara Friemel, Referentin im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, stellte dabei das Wolfsmanagement vor, während Sylvia Idelberger von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz die Aussetzung des Luchses thematisierte. Interessant hierbei ist, wie schnell sich die ausgewilderten Luchse bereits im Pfälzerwald eingenischt haben und bereits für Nachwuchs sorgen. Im letzten Beitrag des Vormittags stellte Steffi Venske, Leiterin der Wappenschmiede und des Biberzentrums, die Verbreitung des Bibers in Rheinland-Pfalz, seine Lebensweise und seine „Aktivitäten“ in der Natur dar. Insgesamt erfreulich ist, dass die meisten Konflikte entschärft werden konnten.

Auf der nach der Mittagspause anstehenden Mitgliederversammlung der GNOR wurden zunächst die umfangreichen Tätigkeiten unseres Verbands präsentiert, außerdem einige Regularien abgearbeitet wie Kassenbericht, Bericht der Kassenprüfer und die Entlastung des Vorstands, die ihm einstimmig erteilt wurde. Wichtig war die anschließende Wahl des Schatzmeisters. Da Dr. Dieter Thomas Tietze aus beruflichen Gründen (Stelle in Basel) den Posten des Schatzmeisters im September niedergelegt hatte, wurde eine Neuwahl erforderlich.  Dr. Philipp Reutter, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Mainz (Institut für Physik der Atmosphäre), kandidierte für dieses wichtige Amt und wurde einstimmig zum neuen Schatzmeister gewählt. Wir gratulieren sehr herzlich und wünschen viel Erfolg.

Nach der Mitgliederversammlung stellte Holger Hellwig vom Büro plan b den dramatischen Niedergang einer ehemaligen Allerweltsart – ja sogar „Plage“ –  vor: Das Verschwinden des Feldhamsters. Alles mündete in der besorgniserregenden Frage: „Ist der Hamster in Rheinland-Pfalz noch zu retten?“ Fast noch dramatischer stellt sich die Situation einer Vogelart dar, von der wir nicht einmal wissen, ob sie überhaupt noch in Rheinland-Pfalz existiert: Das Westliche Haselhuhn. In seinem Vortrag stellte unser AK-Leiter „Haselhuhn“, Dr. Christian Dietzen, die Art und ihre Lebensweise vor, und vor allem die Nachweismethoden. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde der Bogen noch einmal zu den Neobiota gespannt, allerdings dieses Mal zu den Neophyten. Holger Hauptlorenz stellte einige – teilweise auch ziemlich unscheinbare und dadurch weitgehend unbekannte – Arten aus dem Gebiet des Pfälzerwalds vor.

Ein ausführlicher Bericht erscheint in der kommenden Ausgabe von GNOR-Info (erscheint etwa April 2019).

Autor: Michael Schmolz

GNORinfo 127 erschienen

Das nächste Heft unserer GNORinfo (Nr. 127) ist erschienen. Die gedruckte Ausgabe geht heute noch per Post auf den Weg zu unseren Leserinnen und Lesern und sie sollte euch in den nächsten Tagen erreichen. In unserem Archiv könnt ihr schonmal einen Blick in das aktuelle Heft werfen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen.

Liebe Grüße
von eurem Team der Landesgeschäftsstelle

GNOR: Solar-Offensive auf bebauten Flächen

Der Jahrhundert-Sommer mit extremer Dürre hat uns gerade vor Augen geführt, dass der Klimawandel nicht in der Zukunft stattfindet, sondern längst Realität geworden ist. Deshalb fordert die GNOR einen verstärkten Zubau von Solaranlagen auf bereits überbauten und versiegelten Flächen. Keinesfalls darf für die Ausweitung der Photovoltaik „ertragsarmes“Grünland bebaut werden, wie das ein Verordnungsentwurf der Landesregierung vorsieht, da diese Habitate oft Hotspots der Artenvielfalt darstellen. 

Die GNOR hat deshalb in ihrer Stellungnahme den Entwurf zur „Landesverordnung über Gebote für Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten (Photovoltaik-Freiflächen-Verordnung – PV-FF-VO) in Rheinland-Pfalz“ abgelehnt und diese Ablehnung ausführlich begründet.

Hier lesen Sie die Pressemitteilung der GNOR zum Thema. 

181009_PM_Photovoltaik_GNOR_FINAL

Photovoltaik-Freiflächenanlagen_Stellungnahme_Endfassung 8.10.18

Biotoppflege am Kämmertsberg

Wir möchten Sie/Euch herzlich einladen uns am 27.10. bei einem Mitgliedereinsatz auf dem Kämmertsberg bei Wachenheim zu unterstützen. Die ehemaligen Weinbergterrassen werden jedes Jahr gemäht und abgeräumt um einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren einen Lebensraum zu erhalten. An dem warmen Hang mit seinen Trockenmauern kommen viele wärmeliebende Insekten, Eidechsen und seltene Vögel vor. Bei den Mitgliedereinsätzen werden oft Raritäten und Schätze entdeckt, bestaunt und bewundert. Neben dem gemeinsamen Arbeiten für den Naturschutz kommt auch das gemeinsame Mittagessen nicht zu kurz.

Treffpunkt ist 10.00 Uhr an dem ersten Feldweg links hinter dem Ortsausgang Wachenheim Richtung Bad Dürkheim. An dem Feldweg steht ein Straßenschild „Kämmertsberg“. Von dort aus fahren wir gemeinsam zur Fläche. Mitzubringen sind gute Laune und feste Schuhe!

Wir freuen uns auf Ihre/Eure tatkräftige Unterstützung und bitten um Anmeldung bis zum 15. Oktober unter info@wappenschmiede.de oder (06393) 992406 um den Tag und die Verpflegung planen zu können.

Viele Grüße aus der Wappenschmiede

Anne Laux, Lena Reinhard und Theresa Rohrbacher

Herbsttagung der GNOR am 10.11.18 an der TH Bingen

Der aus Südamerika stammende Nutria ist mittlerweile an vielen Gewässern von Rheinland-Pfalz heimisch (Foto: M. Schmolz)

Der aus Südamerika stammende Nutria ist mittlerweile an vielen Gewässern von Rheinland-Pfalz heimisch (Foto: M. Schmolz)

Unter dem Titel „Abgetaucht, aufgetaucht und ausgesetzt – Dynamik bei Fauna und Flora in Rheinland-Pfalz“ findet am Samstag, den 10.11.2018 die traditionelle Herbsttagung der GNOR an der TH Bingen statt. Ein thematischer Schwerpunkt wird also der Komplex Zuwanderung, (Wieder)Ansiedelung und Einbürgerung von Arten sein. Es wird dabei nicht nur um Neobiota gehen, also um Tier- und Pflanzenarten, die nur durch das Zutun des Menschen ihre „neue Heimat“ erreicht haben, sondern auch um so interessante Arten wie den Wolf, der gerade medial große Aufmerksamkeit erfährt. Denn einige, schon vor langer Zeit vom Menschen in Deutschland ausgerottete Arten, wie auch der Biber, sind bei uns mittlerweile wieder heimisch. Und andere, früher extrem häufige Arten wie der Feldhamster tauchen gerade ab – ihr Aussterben steht leider kurz bevor.

Wir denken, dass es uns wieder gelungen ist, ein interessantes Programm mit bekannten und hochkarätigen Referentinnen und Referenten auf die Beine zu stellen. Kommen Sie zahlreich nach Bingen und nutzen Sie auch die Gelegenheit, mit vielen Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen und Publikationen der GNOR zu erwerben.

Das Programm und weitere Informationen zur GNOR-Herbsttagung können Sie hier entdecken.

 

GNORlender: Wettbewerb gestartet

Zum Schlafplatz fliegende Stare vor eindrucksvoller Kulisse (Foto: M. Schmolz)

Zum Schlafplatz fliegende Stare vor eindrucksvoller Kulisse (Foto: M. Schmolz)

Jeder kennt ihn (das hoffen wir), jeder mag ihn (das glauben wir) und bei jedem GNOR-Mitglied (und bei vielen anderen) hängt er an der Wand (das nehmen wir an): Der GNORlender! Längst ist unser Jahreskalender zu einem Markenzeichen der GNOR geworden. In ihm sind herausragende Naturaufnahmen aus Rheinland-Pfalz vereint.

Wie fast jedes Jahr möchten wir einen kleinen Wettbewerb ausloben und Sie herzlich bitten, in Ihren Archiven zu stöbern und uns Ihre Vorschläge zu schicken. Neben Tieren, Pflanzen und Pilzen sind auch schöne Landschaftsaufnahmen erwünscht. Denken Sie auch an eine jahreszeitliche Ausgewogenheit.

Eine Jury wählt dann die 13 besten  Fotos aus und verewigt sie im GNORlender 2019. Zu gewinnen gibt es wie immer eine GNOR-Veröffentlichung nach Wunsch (bei der Avifauna nur einzelne Bände) oder eine Kiste GNOR-Apfelsaft oder Apfel-Prosecco.

Senden Sie uns Ihre Fotos (max. 4) in hoher Auflösung ausschließlich an: gnorlender@gnor.de. Einsendeschluss ist der 5.10.18.  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Herausragender Fund einer Wildbienenart in Rheinhessen

 

Florentiner Wollbiene (Anthidium florentinum) (Foto: G. Reder)

Abb. 1: Florentiner Wollbiene (Anthidium florentinum) (Foto: G. Reder)

Im Juli 2018 gelang dem Stechimmenexperten der GNOR, Gerd Reder, ein Nachweis der Florentiner Wollbiene Anthidium florentinum (Abb. 1) in Rheinhessen. Das Individuum flog in seinem Garten in Flörsheim-Dalsheim. Die zu den Bauchsammlern (Megachilidae) zählende Bienen-Art hat man 2007 erstmals in Deutschland bei Heilbronn/BW gefunden. Seither gab es keine weiteren Nachweise der paläarktisch vorkommenden Wollbiene. Wie auch bei dem Fund in Heilbronn stehen wir auch hier vor einem Rätsel über deren Herkunft. Wie alle Wollbienen nistet die auffallend große Anthidium florentinum in Hohlräumen gleich welcher Beschaffenheit. Das Nistsubstrat könnte beispielsweise durch Warenverkehr aus Nachbarländern zu uns transportiert worden sein. Die Art kann leicht mit der etwas kleineren Garten-Wollbiene  Anthidium manicatum (Abb. 2) verwechselt werden. Möglicherweise ist die „ neue“ Wollbiene auch anderorts gesehen und fotografiert worden. Daher bittet Gerd Reder um die Zusendung von Fotos in Frage kommender Wollbienen. Entsprechende Meldungen bitte an mainz@gnor.de.

 

Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) (Foto: G. Reder)

Abb. 2: Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) (Foto: G. Reder)

Ab in den Süden!

In diesen Tagen findet der Abzug der Mauersegler statt (Foto: M.Schmolz)

In diesen Tagen findet der Abzug der Mauersegler statt (Foto: M. Schmolz)

Es gibt zwar praktisch keine Zeit im Jahr, zu der nicht wenigstens ein bisschen Vogelzug zu beobachten ist, doch findet in diesen Tagen die erste wirklich wahrnehmbare Zäsur in der Vogelwelt statt: Der Abzug der Mauersegler! Das vertraute „Sriiieeeh-sriiieeeh“, das zum Sommer in der Stadt gehört wie der Eiffelturm zu Paris, wird dann erst einmal für die nächsten rund neun Monate nicht mehr zu vernehmen sein.

Überhaupt kommt jetzt langsam wieder Bewegung in den Vogelzug. Nachdem zwar schon ab Mitte Juni die ersten Waldwasserläufer wieder bei uns durchziehen, die den meisten Mitbürgerinnen und Mitbürger wohl kaum auffallen dürften,  stellen sich ab Ende Juni und verstärkt im Juli auch wieder die Lachmöwen an den Flüssen und Seen ein. Auch nordische Durchzügler werden zahlreicher und erfreuen das Ornithologenherz, besonders wenn sie – wie bei einigen Limikolen – zum Teil noch das Prachtkleid tragen. 

Wir haben den Abzug der Mauersegler zum Anlass genommen, um eine Pressemitteilung zum Thema Vogelzug zu verfassen. Hier können Sie die Pressemitteilung lesen.