Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz e.V.
GNOR e.V.

AK Fledermausschutz Rhein-Lahn

Fledermäuse – einzigartige, faszinierende Flugkünstler der Nacht – besiedeln seit mehr als 50 Millionen Jahren die Erde. Sie sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Die europäischen Arten ernähren sich von Insekten. Um sich in der Dunkelheit zu orientieren, verwenden Fledermäuse ein auf Ultraschall basierendes Echolotsystem.
Fledermausschutz ist heute in unserer stark belasteten Umwelt dringend erforderlich, um das Überleben dieser nützlichen Säugetiergruppe zu sichern. Der dramatische Rückgang der Fledermausbestände in Mitteleuropa und die akute Gefährdung der meisten Arten machen Schutzmaßnahmen notwendig.
Alle europäischen Fledermausarten sind im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführt und damit von gemeinschaftlichem Interesse und streng zu schützen. In Deutschland sind 23 Fledermausarten heimisch.

Gefährdungsfaktoren
Graues Langohr (Foto: Rolf Klenk)Fledermäuse werden durch das Wirken des Menschen gefährdet und dies, obwohl die wenigsten Menschen sie tatsächlich bewusst wahrnehmen. Verschiedene Ursachen sind für den Rückgang unserer Fledermäuse verantwortlich:
– der Einsatz von Insektiziden führt zu Verringerung und Giftbelastung ihrer Nahrung
– großflächige Intensivierung der Landwirtschaft
– verkürzte Umtriebszeiten im Forst und die damit verbundene Reduktion von Alt- und Totholz im Wald (Rückgang von Quartierangebot und Nahrungsgrundlage)
– Verlust von Quartieren für Gebäude bewohnende Fledermausarten durch Renovierung, Isolierung und Abriss alter Gebäude
– lokal hohe Mortalitätsraten an Windkraftanlagen und durch Straßenverkehr
– Störungen in Winterquartieren (Geocache, Höhlentourismus).

Arbeitskreis Fledermausschutz im Rhein-Lahnkreis
Nachdem der 1997 gegründete verbandsübergreifende Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz (Zusammenschluss  von GNOR, BUND, NABU und POLLICHIA und weiterer Privatpersonen) aufgelöst wurde und nun der Fledermausschutz vom Land gefördert über den NABU läuft, arbeiten wir als kleinere Gruppe als GNOR Arbeitskreis weiter, beschränken uns aber vor allem auf den Rhein-Lahnkreis.

AK-Leiter:
Rolf Klenk
Mittelpfad 9, 56377 Nassau
Tel.: 02604-5349
rolfklenk@t-online.de

Unsere Arbeitsschwerpunkte sind:
– Kontrolle und Säuberung der Wochenstuben
– Beratung von Behörden und Vertretern der Kirchen bei Umbauten von Gebäuden, Kirchen und bei weiteren Maßnahmen zum Fledermausschutz
– Säubern und Kontrollieren von Nistkästen
– Beratung von Privatleuten bezüglich Fledermäuse
– Öffentlichkeitsarbeit in Form von Vorträgen und Exkursionen
– Abholen von verletzten oder geschwächten Fledermäusen
– Erfassung von Fledermäusen in Winterquartieren, Wochenstuben und Nistkästen


Fotos von links nach rechts:
oben: 1. Bechstein-Fledermäuse im Nistkasten  2. aktiver Fledermausschutz  3. Graues Langohr  4. Pflege einer verletzten Fledermaus
unten: 1. Großes Mausohr im Flug  2. Großer Abendsegler  3. Fledermausschützer nach Kontrolle von Winterquartieren 1996