Die GNORinfo-Mails finden Sie hier.
15.11.2025 GNOR-Herbsttagung zum Thema
„Auswilderung und Wiederansiedlung gefährdeter Arten“
– Zahl der Teilnehmenden spiegelt Bedeutung des Themas wider –
Die Herbsttagung der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie in Rheinland-Pfalz (GNOR) fand am gestrigen Samstag, dem 15.11.2025, im Naturhistorischen Museum in Mainz statt.
Die Biodiversitätskrise ist neben der Klimakrise eine der bedeutendsten Herausforderungen unserer Zeit. Daher ist Artenvielfalt eines der Kernthemen des Naturschutzes und zu ihrem Erhalt können auch Auswilderung und Wiederansiedlung gefährdeter heimischer Arten dienen. Diese Projekte sind aber nicht immer unumstritten – die Beachtung naturschutzfachlicher Aspekte wie z.B. die Herkunft der auszuwildernden Individuen sind von zentraler Bedeutung. Es besteht also Informations- und Diskussionsbedarf und der Vortragssaal war dementsprechend voll besetzt.
In seinem Grußwort wies Dr. Erwin Manz, Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, auf die veränderte Bedeutung der Maßnahmen hin: „Die Themen Auswilderung und Wiederansiedlung waren in den 1980er-Jahren unter Naturschützern Tabuthemen. Dies hat sich geändert, da sich die Situation aufgrund der Biodiversitätskrise verschärft hat. Zur Bestandsstützung und zum Arterhalt können diese Maßnahmen unter Einhaltung der IUCN-Richtlinien probate Mittel sein.“ Er bedankte sich bei der GNOR für ihren Beitrag zum Artenschutz und für ihre verschiedenen Monitoringprogramme, wie die Projekte Vogelmonitoring, ADEBAR 2 und Kiebitz, die vom Umweltministerium gefördert werden und wies auf das dabei wichtige Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt hin.
GNOR-Präsidentin Dr. Andrea Tappert bedankte sich bei ihm und den anwesenden Umweltbehörden und -verbänden für ihr Interesse an der Tagung und für die gute Zusammenarbeit. Im Weiteren betonte sie: „Wir denken bei `Wiederansiedlung` häufig nur an Tiere. Dabei spielt auch bei der Bepflanzung von z.B. Deichen, Ruderal- und Ausgleichsflächen die richtige Artenwahl und damit die Wiederansiedlung von vormals vertretenen Pflanzenarten eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Artendiversität.“
Die eingeladenen Referierenden stellten sehr unterschiedliche Beispiele und Erfahrungen aus Rheinland-Pfalz vor. Frau Dr. Sandra Balzer, Leiterin des Fachgebiets Zoologischer Artenschutz beim Bundesamt für Naturschutz in Bonn, präsentierte in ihrem Vortrag „Grundlagen für die Wiederansiedlung von Arten im Naturschutz“ die übergeordneten Zusammenhänge und die Bedeutung der IUCN-Richtlinien. Anschließend referierten Fachleute über folgende Themen:
Die Auswilderung der Europäischen Sumpfschildkröte in Rheinland-Pfalz
(Ann-Sybil Kuckuk, Naturschutzreferentin des NABU Rheinland-Pfalz)
Aufzucht und Auswilderung von Kiebitzen in Rheinland-Pfalz
(Gerardo Unger Lafourcade, Leiter des Kiebitzschutzprojektes der GNOR)
Restitution von Lebensräumen und Wiederansiedlung von Pflanzenarten im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen und Biotop-Neuanlagen
(Franz-Otto Brauner, Ingenieurbüro für Landschaftsplanung in Worms sowie Naturschutzfachbetrieb zur Wiederherstellung und Pflege von Biotopen)
Botanischer Artenschutz – Maßnahmen und Herausforderungen
(Axel Schönhofer, Leiter der Sammlung und Forschung am NHM Mainz; Berater im Projekt „Ackerwildkrautschutz“ und Mitarbeiter im Projekt „Wildpflanzenschutz Deutschland“)
Aussetzen von Amphibien als Naturschutzmaßnahme- Letzte Chance oder blinder Aktionismus?
(Hartmut Schader, Amphibienexperte, Leiter verschiedener Amphibienprojekte, u.a. Moor- und Laubfroschprojekt der GNOR)
Die Tagung in Mainz zeigte einmal mehr, dass die GNOR nicht nur mit ihren verschiedenen Monitoring-Aktivitäten einen wesentlichen Beitrag zur Grundlage für den Arten- und Naturschutz leistet, sondern auch die praktische Umsetzung im Blick behält.
Im Rahmen der an die Tagung anschließenden Mitgliederversammlung wurden Dr. Andrea Tappert (Präsidentin) und Thomas Dolich (Vizepräsident) für drei weitere Jahre in ihren Ämtern bestätigt, die GNOR-Beiräte wurden für zwei weitere Jahre gewählt.




Am 7.11. erreichte uns eine Anfrage der Mainzer Allgemeinen Zeitung zum Tod unseres Wallachs „Galates“, die neben zahlreichen Fragen auch die immer gleichen Vorwürfe enthielt. Wir haben darauf am 10.11.2025 folgendes geantwortet:
Ihre Anfrage vom 7.112025
Sehr geehrte Frau Leubner, sehr geehrte Damen und Herren,
Ihre Anfrage ist sehr umfangreich und detailliert.
Anfang Oktober mussten wir auf Anraten der Tierärztin unser Wallach in Oberdiebach aufgrund einer Kolik einschläfern lassen. Nach einer knapp zweistündigen tierärztlichen Untersuchung, inklusiv Ultraschall, war keine eindeutige Diagnose möglich, nur eine Gaskolik konnte ausgeschlossen werden. Den Tod des Tieres haben wir nicht sofort öffentlich gemacht, da wir auf das Ergebnis einer von uns initiierte Obduktion warten wollten. Die Obduktion wurde also nicht vom Veterinäramt angeordnet. Das Ergebnis haben wir Ende Oktober erhalten: Die Kolik wurde nicht durch giftige Pflanzen, Eicheln oder Steinobstkerne ausgelöst, sondern durch Aufnahme von Schotter (Schieferverwitterungsgestein). Warum das Tier diesen aufgenommen hat, wissen wir nicht, wir können es nur vermuten. Es könnte eine ehemalige Wild-Salzlecke der Grund sein, die als solche nicht mehr erkennbar ist, bei der sich aber noch Salz im Boden befindet. Die Nachsuche nach einer solchen Gefahrenstelle hat einen Bereich ergeben, der verantwortlich sein könnte. Nach Beratung mit dem Veterinäramt werden als Prophylaxe neben den ohnehin schon vorhandenen Leckschalen weitere überdachte Salzlecksteine aufgehängt. Im Übrigen bescheinigt uns der Obduktionsbericht, dass das Tier in einem guten Ernährungszustand war.
Es leben derzeit also noch acht Exmoorponys in unserem Beweidungsgebiet.
Wir entwickeln derzeit eine neue Biotoppflege-Strategie, die neben der Beweidung eine vermehrte mechanische Pflege beinhalten wird. In diesem Zuge wird die Abgabe weiterer Tiere erwogen, entweder dauerhaft oder über die Wintermonate. Es wurden und werden verschiedene Möglichkeiten und Angebote geprüft. Derzeit ist es aber nicht geplant, kurzfristig alle Tiere abzugeben. Die Aussage, dass das Projekt ausläuft, bezieht sich darauf, dass wir keine Ponys nachzüchten und je nach Bedarf Tiere aus der Fläche nehmen. Der Aussage liegen keine konkreten Jahreszahlen zu Grunde, weshalb wir dazu auch bisher keine Aussage getroffen haben.
Die Tiere werden ausreichend zugefüttert und sind dementsprechend in einem guten Ernährungszustand. Dazu trägt auch die Zufütterung von Grünhafer bei. Dass das Gebiet derzeit als Nahrungsgrundlage nicht ausreicht, ist uns bewusst. Die Vorgaben des Veterinäramtes werden erfüllt. Die Tiere werden nicht vernachlässigt und es ist derzeit kein weiteres Personal nötig, um die Versorgung der Tiere zu gewährleisten. Die „Kümmerer vor Ort“, die im Übrigen auch die nötigen Sachkundenachweise besitzen, werden wöchentlich von unserem Biotoppflegeteam unterstützt und die Heu-Rundballen von einem ortsansässigen Lieferanten direkt bis in die Raufen geleifert.
Sowohl der Nachweis, dass die tierärztliche Untersuchung am 10.10.2025 ohne Befund war, als auch der Obduktionsbericht des Wallachs, liegen dem Veterinäramt vor. Die nächste Kontrolle auf Parasiten ist für Anfang Dezember geplant.
Die Vorwürfe von ProEquis, die Tiere würden nicht ausreichend gefüttert und seien zu dünn, sind unbegründet und wiederholen nur die Vorwürfe aus dem Frühjahr. Es ist nicht belegt, dass die Tiere größere Mengen giftiger Pflanzen oder Eicheln fressen. Dass Eicheln gelegentlich auch aufgenommen werden, ist natürlich. Die Tiere fressen in der Tat Steinobst und bekommen dadurch z.T. auch kurzzeitig Durchfall. Von „massenhaft“ kann aber nicht die Rede sein. Das Problem des Greiskrauts ist auch ein naturschutzfachliches und ihm wollen wir u.a. mit der oben erwähnten neuen Biotoppflege-Strategie begegnen.
Die aus früheren Zeiten im Gebiet verbliebenen Weinbergspfähle sind ein Problem – nicht nur auf unserer Projektfläche – dem wir uns seit Beginn des Projektes und im Zuge der Entbuschung vermehrt stellen. Im Rahmen der Biotoppflege werden Altholz und ggf. auch Drahtreste entsorgt, sobald sie gesichtet werden. Zudem sind größere Entsorgungsaktionen geplant. Für die Abfälle stellt die Gemeinde Container bereit und kümmert sich um die Entsorgung.
Die Vorwürfe einer außergewöhnlich niedrigen Fortpflanzungsrate (bei einer Herde ohne Hengst) und hohen Todesrate, können wir nicht nachvollziehen.
Wir bieten Ihnen gerne einen persönlichen Ortstermin an, bei dem Sie sich davon überzeugen können, dass wir unsere Exmoorponys nicht vernachlässigen und sie sich in einem guten Zustand befinden.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Andrea Tappert
Traurige Nachrichten 😔
Galates, unser Wallach in der Herde in Oberdiebach, musste aufgrund einer Kolik Anfang Oktober eingeschläfert werden.
Da die Tierärztin vor Ort keinen Grund für die Kolik feststellen konnte, hatten wir eine Obduktion in Auftrag gegeben: Ursache der Kolik war Schieferschotter im Darm. Über den Grund der Aufnahme können wir nur spekulieren. Eventuell hat Galates den Schotter beim Lecken an einer ehemaligen Wild-Salzlecke aufgenommen.
Der Obduktionbericht bescheinigt uns im Übrigen, dass Galates in einem guten Ernährungszustand war.
🐎 Nun haben wir nur noch 8 Exmoor-Ponys im Beweidungsprojekt.
Gegendarstellung
Am 29.10.2025 ist ein ungerechtfertigt negativer Bericht über unser Beweidungsprojekt in Oberdiebach in der Mainzer Allgemeinen Zeitung erschienen.
Die offizielle Gegendarstellung lesen sie hier.
Fotos vom Oktober 2025


Samstag, 15.11.2025
GNOR-Herbsttagung zum Thema „Auswilderung und Wiederansiedlung gefährdeter Arten“
und ordentliche Mitgliederversammlung in Mainz, Naturhistorisches Museum
Das Programm der Tagung und der Mitgliederversammlung sowie weitere Informationen finden Sie hier.
Oktober 2025: GNORinfo-Mail 2025/4: Wenn Tiere stören.
Sechsspuriger Ausbau der A643 erstmal vom Tisch!
1.8.2025 Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ und GNOR begrüßen EU-Stellungnahme zur A643 und die Ablehnung des sechsspurigen Ausbaus. Lesen Sie hier die EU-Stellungnahme zum Ausbau der A643 und die Pressemitteilung des Bündnisses dazu.
GNOR-WhatsApp-Kanal
Wir haben seit Juli einen WhatsApp-Kanal! Hierüber werden in Zukunft z.B. neuste Informationen, Termine, Exkursionen und andere Veranstaltungen im Bereich Naturschutz, Ornithologie, Faunistik und Floristik bekannt gemacht. Ihr könnt den Kanal gerne per Klick auf den nachfolgenden Link oder durch Scannen des BarCodes abonnieren! Weiterleitung erwünscht!
https://www.whatsapp.com/channel/0029VbB7YeGD38CWzShmVc2G

Übergabe Förderbescheid für ADEBAR 2


Am 21.7.2025 wurde der GNOR offiziell der Förderbescheid für das neue ADEBAR-Projekt übergeben. Frau Ministerin Katrin Eder persönlich hat die Übergabe an unseren Vizepräsidenten Thomas Dolich im Rahmen eines Besuches in der Sandgrube der Fa. Klausing in Eisenberg vorgenommen, wo sie Bienenfresser und Uferschwalben live erleben und sich über deren Bestandssituation informieren konnte. Lesen Sie mehr dazu in der Pressemitteilung des MKUEMs: Förderbescheidübergabe ADEBAR.
Aktuelle Entwicklungen zum Thema Saatkrähe finden Sie hier: Saatkrähe
Meldeaufruf Wiesenweihe in Rheinland Pfalz März 2025
Mitmachen und schützen!

Die Wiesenweihe (Circus pygargus) ist in Rheinland-Pfalz ein sehr seltener Brutvogel und vom Aussterben bedroht. Ihre Nester baut sie fast ausschließlich in verschiedene Wintergetreidearten, da diese im Frühjahr bereits eine geeignete Wuchshöhe erreicht haben und somit ausreichend Deckung bieten. Die Jungenaufzucht der Wiesenweihen erstreckt sich bis in die Erntezeit hinein, weshalb die Jungen durch den Mähdrescher einer tödlichen Gefahr ausgesetzt sind. Ohne das rechtzeitige Auffinden und Schützen der Nester haben die Jungvögel kaum eine Überlebenschance. Etwa ab Mitte/Ende April kommen die ersten Wiesenweihen aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück. Ab diesem Zeitpunkt lohnt es sich, auf geeigneten Acker- sowie Brachflächen Ausschau nach diesem seltenen Greifvogel zu halten. Aber auch erst im Juni entdeckte Nester mit bereits geschlüpften Küken können und sollten noch geschützt werden. Bevorzugt besiedelt werden offene, mit Gehölzen leicht strukturierte Feldflure mit Wintergetreideanteil. Zurückliegende Bruten der letzten Jahre fanden vornehmlich im Nordpfälzer Bergland statt. Es könnten aber auch auf anderen geeigneten Ackerflächen in ganz RLP Brutversuche unternommen werden. Der mittelgroße Greifvogel kann eine Flügelspannweite von etwa 100 bis 115 cm erreichen. Auffällig ist auch sein gaukelnder Jagdflug dicht über dem Gelände. Die Männchen sind durch ihr graues Federkleid und ihre kontrastreiche Flügelzeichnung eine auffällige Erscheinung.
Beobachten Sie balzende Vögel oder sogar Beuteübergaben in der Luft, kann dies auf ein Brutrevier hindeuten. Auch Wiesenweihen, die Beute oder Nistmaterial tragen, könnten einen Hinweis auf eine Brut sein. Konnten Sie eine Wiesenweihe beobachten, dann melden Sie es bitte bei ornitho.de oder über artenfinder.rlp.de, ggf. auch per E-Mail an wiesenweihe.rlp@gmail.com . Machen Sie Ihre Angaben bei einer Meldung so genau wie möglich. Danach kann eine gezielte Suche nach dem eigentlichen Nistplatz und dessen Schutz eingeleitet werden. Bei einer Schutzmaßnahme wird um das Nest ein Schutzgatter von 2 × 2 m aufgestellt. Dies dient vorrangig zur Abwehr von Prädatoren. Als zweiter Schritt wird eine Fläche von 50 × 50 m um das Nest markiert, die bei der Ernte ausgespart wird. Direkt nach der Ernte kann diese Restfläche zusätzlich mit einem Elektrozaun gesichert werden. Die Schutzmaßnahmen um die Nester werden im Einvernehmen mit dem Bewirtschafter geplant und durchgeführt, ein Ernteausfall inkl. Mehraufwendungen werden über das Artenhilfsprogramm „Gefährdete Bodenbrüter“ vom Land Rheinland-Pfalz entschädigt.
Wir bitten Sie um Mithilfe bei der Suche und hoffen auf Ihre Unterstützung beim Schutz dieser sehr stark bedrohten Vogelart.
Dieser Meldeaufruf wird unterstützt von: GNOR – Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie e. V. / POLLICHIA – Verein für Naturforschung, Naturschutz und Umweltbildung e. V. / ARTENFINDER Rheinland-Pfalz

Zwillingskrise: Positionspapier zur Biodiversitäts- und Klimakrise
24.2.2025
Auch die GNOR unterstützt die Position der Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (PGFW) zu dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung. Weiter lesen.

Monitoringbericht 2024 für VSG Ober-Hilbersheimer-Plateau von H.-G. Folz vorgelegt (Januar 2025)
ZURÜCKLIEGENDES

26.10.2024: 1. Vogelmonitoring-Kartierertreffen RLP
Am Samstag fand in Lambrecht in der Pfalzakademie das erste Kartierer- und Kartiererinnentreffen des Vogelmonitorings in Rheinland-Pfalz statt. Knapp 60 Aktive kamen, um sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und folgende Vorträge zu hören:
- 20 Jahre Monitoring häufiger Brutvögel (Martin von Roeder, GNOR)
- Das Ehrenamtliche Vogelmonitoring und die Staatliche Vogelschutzwarte (Christian Dietzen, LfU RLP)
- Das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen (Ulrich Diehl, Biosphärenakademie)
- Sperlingskauz im Pfälzerwald (Uwe Groh, OAG Westpfalz)
- neues Modul im MsB 2024: Ziegenmelker (Melanie Wagner, GNOR)
Vielen Dank an die Referenten, aber auch an die Teilnehmenden! Ein solches Treffen soll nun möglichst jährlich in einer jeweils anderen Region in Rheinland-Pfalz stattfinden.

22.8. + 3.9.2024
Stellungnahme zur Allgemeinverfügung „Schutzanordnung zum Schutz der Brut-, Zug- und Rastvogelarten im Naturschutzgebiet Fulder Aue- Ilmen Aue! vom 23.7.2024.
und Pressemitteilung zur Aussetzung des sofortigen Vollzugs eben dieser Allgemeinverfügung: Die Natur verliert für den Freizeitspaß einiger weniger.

7. + 13.8.2024
Stellungnahme und Pressemitteilung zum Baugebiet Johannisstr./Kirche Bingen-Büdesheim
Baugebiet nicht mit Naturschutz vereinbar
GNOR spricht sich gegen Baugebiet aus / Wiedehopf-Habitat und hochwertige Biotope sind betroffen

29.7.2024
Zum Tod von Willi Matthes
Unser Ehrenmitglied Willi Matthes ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Wir trauern um einen engagierten Naturschützer und GNORianer. In seinem persönliche Nachruf verleiht Dr. rer. rat. habil. Manfred Niehuis der Wertschätzung der gesamten GNOR Ausdruck. Willi Matthes war seit 1977 Mitglied und seit 1993 Ehrenmitglied der GNOR, Nachruf
Foto: W. Matthes April 2003, Archiv W. Matthes

26.6.2024
Würdigung von Prof. Dr. Klaus Töpfer
von Ludwig Simon und Heinz Hesping
Am 8.6.2024 verstarb Prof. Klaus Töpfer und mit ihm ein großer Naturschützer, der der GNOR immer sehr verbunden war. Hier eine Würdigung seiner Verdienste.
Siehe auch GNORinfo 125.
Foto: Prof. Dr. Klaus Töpfer bei seiner Festrede zum 40jährigen Jubiläum der GNOR 2017.
Foto von M. Schmolz
2.5.2024 Ein Triel im Kartoffelacker
Am 2. Mai 2024 hat unser Mitglied Donata Laux eine unerwartete Entdeckung gemacht: Ein Triel in einem Kartoffelacker bei Rödersheim.
Lesen Sie hier ihren Bericht zu dieser ungewöhnlichen Beobachtung.


Wenn der Triel dem Kiebitz die Show stiehlt… Triel (Burhinus oedicnemus)
Entdeckung in der Pfalz am 02. Mai 2024 von Donata Laux
Eigentlich war ich Anfang Mai 2024 auf Kiebitz-Suche bei Rödersheim, in einem Gebiet in der Pfalz, in dem ich letztes Jahr einige Gelege gefunden und markiert hatte. Leider konnte ich dort wie auch in den Wochen zuvor keine Kiebitze entdecken und machte mich daher noch schnell vor dem drohenden Gewitter auf, um mich in der Gegend um Gönnheim, wo mehrere Bruten unter Netzschutzkörben stattfanden, mit Kiebitz-Beobachtungen zu trösten. Dies gelang auch. Vom Auto aus fuhr ich die Strecke ab und konnte einige Kiebitze auf den Gelegen sitzen sehen. Die Kiebitze dort sind Autos und Traktoren der Feldarbeiter gewohnt, daher kann man vom Auto heraus sehr gut beobachten, ohne die Vögel aufzuschrecken. Sogar eine führende Mutter mit drei Pulli, die in einer Pfütze zwischen den Kartoffelpflanzen nach Nahrung suchten, konnte ich entdecken und mit meinem Handy filmen. Durchs Fernglas konnte ich die winzigen Geschöpfe dann noch besser beobachten. Nur ein paar Meter weiter schaute plötzlich ein Kopf eines etwa hühnergroßen Vogels aus den Kartoffeln. Ich hatte keine Ahnung, welche Art das sein konnte – aber als Hobby Ornithologin kommt das leider öfter vor, dass ich einen Vogel nicht kenne! Ich fotografierte ihn daher schnell, um die Art hinterher bestimmen zu können. Das Tier tat mir dann den Gefallen und trat aus der Deckung heraus. Mir war klar – diese Art hatte ich noch nie gesehen. Ich filmte und fotografierte mit meinem Handy, so gut es ging – aber die Lichtverhältnisse waren aufgrund der fortgeschrittenen Stunde und dem nahenden Unwetter leider nicht besonders gut. Da ich unbedingt wissen wollte, um was es sich hier handelte, sandte ich sofort an meine Bekannte Tanja Kärcher, die hier in der Region Großartiges im Ehrenamt für Kiebitze, Rebhühner & Co. leistet und sich sehr gut auskennt, ein Foto. Aber selbst sie war sich nicht sicher, dachte zwar bereits an einen Triel, hatte diese Idee aber sofort verworfen, weil dieser hier in unserer Gegend ja eigentlich nicht vorkommt. Sie gab mir den Tipp, das Foto in unserer WhatsApp-Gruppe für Kiebitze einzustellen. Keine 30 Sekunden, nachdem ich das Foto und einen kurzen Video-Clip in die Gruppe mit der Frage „Weiß jemand, was das ist? Gelbe Beine“ gestellt hatte, meldete sich Gerardo Unger Lafourcade von der GNOR mit „Ein Triel“, „das ist richtig selten!“ und Kurt Belzer (ebenfalls GNOR) schloss sich mit „Wow, Glückwunsch. Das ist ziemlich der Hammer“ an. Tanja schaute gleich in der Ornitho.de-Datenbank nach, der Triel wurde dort dieses Jahr nur ca. 10 x in Niedersachsen gemeldet, das wars. So blieb ich noch ca eine halbe Stunde im Auto sitzen und beobachte „meinen“ Triel, der eigentlich nur vor den Kartoffeln rumstand und gelangweilt in die Gegend schaute. Als dann der Regen einsetzte, begann er sein Gefieder zu putzen, blieb aber weiterhin an Ort und Stelle stehen. Der Gewitterregen wurde dann allerdings so stark, dass die Sicht unmöglich wurde und ich nach Hause fuhr. Regionalkoordinator Volker Schmidt und Tanja sind etwas später dann nochmals mit der Wärmebildkamera zum Acker gefahren, um meine Beobachtung zu verifizieren. Mit besserer Optik ausgestattet, sind dann auch noch schöne Fotos des Triels entstanden. Danke dafür! Zugegeben: Ich musste zuhause erst mal googeln, wie selten der Triel tatsächlich ist. Das hat mich dann aber sehr beeindruckt, dass in ganz Rheinland-Pfalz in den letzten 200 Jahren nur 23 Nachweise geführt wurden! Und mir läuft so eine Rarität vor die Linse! Was für ein Glück. So zeigt es sich, dass es sich immer wieder lohnt, aufmerksam durch die Natur zu gehen und neugierig zu bleiben. Und wie phantastisch, dass durch die prompte Unterstützung durch mehrere erfahrene Ornithologen diese Art für 2024 in der Pfalz nachgewiesen ist. Ich bin sehr dankbar, diese wertvolle Beobachtung gemacht zu haben.
Donata Laux, Wachenheim an der Weinstraße.
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