ADEBAR 2 in Rheinland-Pfalz
Ein beeindruckendes Projekt des ehrenamtlichen Engagements
Hintergrund
Gesicherte und aktuelle Daten sind die Grundlage für einen effektiven Naturschutz. Sei es beim Ausbau erneuerbarer Energien, bei der Erstellung von Roten Listen, bei der Ausweisung von Natur- und Vogelschutzgebieten, bei der Umsetzung nationaler Artenhilfsprogramme oder für einen fundierten Vogelschutzbericht. Der erste Atlas DEutscher BrutvogelARten, kurz ADEBAR, zeigte 2014 erstmals die deutschlandweite Verbreitung und Häufigkeit von Brutvögeln. Seit der Datenaufnahme für ADEBAR 1 sind nunmehr 20 Jahre vergangen, in denen sich die Landschaften in Deutschland und damit auch ihre Vogelwelt verändert haben. Es ist Zeit für eine Neuauflage des Atlas, um den aktuellen Zustand der Brutvögel Deutschlands festzustellen. Es ist Zeit für ADEBAR 2!
Die Aufgabe der GNOR
Die Bundeskoordination des Projekts liegt beim Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA) unter Mitarbeit der Fachverbände und -behörden der Bundesländer. Schon bei der Datensammlung für den ersten Brutvogelatlas war die GNOR federführend bei der Koordination der Erhebungen für Rheinland-Pfalz. Mit diesem Projekt wird sie auch für den zweiten Brutvogelatlas die fachliche Betreuung und Koordination der Kartierenden für das Land Rheinland-Pfalz übernehmen und die Schnittstelle darstellen zwischen ehrenamtlichen Kartierenden und der übergeordneten bundesweiten ADEBAR – Organisation des DDA. Unterstützung erhält die GNOR dabei von ihren offiziellen Kooperationspartnern POLLICHIA und dem NABU Rheinland-Pfalz.
Ziele
Ziel von ADEBAR ist es, mit standardisierten Erfassungs- und Auswertungsmethoden innerhalb des Zeitraums 2025-2029 eine möglichst vollständige Liste der in einem Messtischblatt-Quadranten (sog. TK/4) vorkommenden Brutvogelarten zu erhalten und deren Bestandsgrößen anhand von Häufigkeitsklassen zu ermitteln.
Die erhobenen Daten werden auch dazu genutzt, erstmals einen Brutvogelatlas für das Bundesland Rheinland-Pfalz zu erstellen.
Methodik
Rheinland-Pfalz wird abgedeckt durch ca. 622 TK/4 von 5×6 km Größe. Die rheinland-pfälzischen ADEBAR-Kartierungen haben 2025 begonnen und werden bis 2029 andauern. Die Kartiersaison für Vögel beginnt jeweils im Februar und schließt Ende Juli ab. Innerhalb der Kartiersaison gibt es bestimmte Zeiträume in denen verschiedene Vogelgruppen/Vogelarten erfasst werden sollen, z.B. Spechte ab Februar und Mehlschwalben im Juli.
Die Erfassungen erfolgen entlang selbst gewählter Kartierrouten von ca. 1 km Länge. Ungefähr 20 bis 30 dieser Routen sollten bearbeitet und so verteilt werden, dass das TK/4 und die dort vorkommenden Hauptlebensraumtypten gut repräsentiert sind. Sonderstandorte, wie z.B. Gewässer, Sandgruben oder Steinbrüche (soweit zugänglich) werden gezielt und zusätzlich kartiert. Jedes TK/4 sollte idealerweise innerhalb eines Jahres, sonst innerhalb von zwei (drei) Jahren, vollständig kartiert werden. Die Vogelbeobachtungen werden bevorzugt digital mit Hilfe der App „NaturaList“ oder auch klassisch mit Karte und Stift dokumentiert.
Für die sogenannten „ADEBAR-Arten“ (mittelhäufige und seltene Arten, in NaturaList mit einem gelben Punkt markiert) soll jedes Individuum entlang der Kartierrouten gezählt und punktgenau eingetragen werden. Bei häufigen Arten genügt es, die Anwesenheit zu vermerken (Kennzeichnung [X] in NaturaList). Wenn die Zeit es erlaubt, ist es jedoch auch bei häufigen Arten hilfreich, jedes Individuum zu zählen und genau zu verorten – das verbessert die spätere Modellierung dieser Arten.
Ausführliche Informationen zur Erfassungsmethodik befinden sich auf der offiziellen ADEBAR-Webseite des DDA unter Materialien (https://adebar.dda-web.de/methode/materialien) und unter den folgenden Links:
Nützlich sind auch:
Kartierkalender (Kurzversion) und Kartierkalender (ausführlich)
Erste Datenauswertung:
Nach Abschluss der Kartierungen wird die erste Auswertung der erhobenen Daten von den TK/4 Verantwortlichen oder Koordinatoren durchgeführt. Hierbei wird mit Hilfe der Auswertungsfunktion im ADEBAR-Dashboard für jede Art die Anzahl der Brutpaare in Form einer Größenklasse angegeben.
Mitmachen
Machen Sie mit bei den ADEBAR-Kartierungen! Tragen Sie dazu bei, die rheinland-pfälzischen Quadranten mit Vogelbeobachtungen für den neuen Brutvogelatlas zu füllen. Melden Sie sich an bei der Mitmachbörse des DDA: https://adebar.dda-web.de/mitmachen/jetzt-mitmachen
Je nach Erfahrung in der Bestimmung von Vogelarten gibt es verschiedene Möglichkeiten sich zu beteiligen:
- Sie sind interessiert, erkennen aber nur wenige Arten
Melden Sie sich als Kartierender für ein TK/4. Kartieren Sie zu Beginn einfacher zu erfassende Arten, wie Rauch- und Mehlschwalbe, Rebhuhn oder Spechte. Wenn es erfahrenere Kartierende in „Ihrem“ TK/4 gibt, nehmen Sie Kontakt auf, vielleicht gibt es Möglichkeiten gemeinsam zu kartieren. Nutzen Sie die Laufzeit des ADEBAR um dazu, von anderen und mit anderen zu lernen.
- Sie erkennen viele Vogelarten anhand von Aussehen und Gesang und kennen sich lokal (in ihrer Gemarkung oder Gemeinde) aus und wissen wo diese vorkommen
Melden Sie sich als Kartierender für die TK/4 in Ihrer Gegend. Arbeiten Sie allein oder mit anderen Kartierenden zusammen, um möglichste viele Vogelarten mit den verschiedenen Methoden zu erfassen.
- Sie können die meisten unserer Brutvogelarten erkennen und auch seltenere Arten gezielt in ihren Lebensräumen suchen
Neben der selbstständigen Bearbeitung von TK/4, könnten Sie auch einen wichtigen Beitrag zur Koordinierung der Kartierungen und der Datenvalidierung auf lokaler/regionaler Ebene leisten und weniger erfahrene Mitkartierende etwas anleiten. Melden Sie sich gerne als Verantwortlicher für ein oder mehrere TK/4. Oder vielleicht sogar als Regionalkoordinator für eine größere Region.
Weitere Unterstützungsmöglichkeiten
Teilnahme an anderen Vogelmonitoring–Programmen
Seit vielen Jahren werden in Rheinland-Pfalz im Rahmen von verschiedensten Programmen Vogelarten und -gruppen systematisch kartiert. Wenn Sie sich als Kartierender in den Vogelmonitoringprogrammen engagieren, beteiligen Sie sich dadurch auch an ADEBAR 2, denn diese Daten fließen mit ein. Informationen zu den anderen Vogelmonitoring-Programmen in Rheinland-Pfalz finden Sie hier: https://vogelmonitoring-rlp.de/
Vogelbeobachtungen auf „Ornitho“ melden
Auch alle nicht systematisch aufgenommenen Vogelbeobachtungen, die auf „Ornitho“, der deutschen digitalen Plattform für Vogelbeobachtungen, gemeldet werden, sind Datengrundlage für ADEBAR 2. Melden Sie daher gerne immer und überall Vogelbeobachtungen, in Rheinland-Pfalz genauso wie im Rest von Deutschland. Und insbesondere wenn Brutverhalten beobachtet wird oder wahrscheinlich ist, und ein Brutzeitcode vergeben werden kann. Die passende App zu Ornitho für das Smartphone ist NaturaList. Mit ihr können Daten erfasst und einfach zu Ornitho übertragen werden.
Finanzielle Unterstützung durch eine Artpatenschaft
Wie bereits beim ersten ADEBAR gibt es auch beim zweiten deutschen Brutvogelatlas die Möglichkeit, mittels einer Spende, eine Patenschaft für einzelne Brutvogelarten zu übernehmen. Sie werden dann namentlich neben „Ihrer“ Vogelart im Brutvogelatlas genannt. Mehr Informationen unter: https://adebar.dda-web.de/patenschaften/info
Für weitere Informationen, Fragen oder Anregungen steht die Koordinatorin für ADEBAR 2 in Rheinland-Pfalz, Ulrike Klöcker (Ulrike.Kloecker@gnor.de), gerne zur Verfügung!

Unterstützt und gefördert durch die Aktion Grün des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM)
ADEBAR-Partner der GNOR:













